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Re: Lesen und Schreiben

Verfasst: 06 Mär 2012 18:55
von Ireka
Golrok hat geschrieben:Bei Handgeschöpftem Papier und Tinte musst du schön aufpassen.

Mir ist mal ne Feder ausgelaufen und das verdammte Papier hat die ganze Tinte wie ein Schwamm aufgesogen. Fehlte wohl irgendetwas, was dafür sorgt, dass das Papier etwas dichter macht. Eine Art Imprägnierung für Papier oder so.


Der Thread ist zwar schon etwas älter aber ich fand die Idee gar nicht mal so unklug. Ich hab ganz ordinäres Imprägnierspray genommen und zu Testzwecken eine Seite aus einem meiner Bücher rausgetrennt um das ganze dann einzusprühen. Ich hab nämlich das gleiche Problem wenn ich mit was anderem ausser Kuli auf diese handgeschöpften handgekauften Bücher schreibe, das mir dann die Federladung vom Papier aufgesogen wird.

Versuch 1. Das Blatt Papier wurde einseitig wirklich mit dem Spray nass gemacht.
Versuch 2. Eine Seite nur ganz vorsichtig besprühen.
Versuch 3. Beide Seiten nur ganz leicht besprühen.

Ergebnis 1. Vorderseite nimmt nun kaum mehr Tinte auf. Man kann durchaus lesen was darauf steht, für meinen Geschmack ist es aber ein bissel wenig. Auf der Rückseite konnte man kein durchsickern sehen, nichtmal wenn man länger die Feder hat verharren lassen. Eingesprühte Seite und nicht eingesprühte Seite haben die selbe Schreibqualität.
Ergebnis 2. Die Aufnahme auf der Vorderseite ist noch gut gegeben, aber lange nicht so aufsaugend wie bei einer unbehandelten Seite. Auf der Rückseite ist leider ab und zu Tinte zu sehen wenn man nicht flink schreibt. Irgendwas zum drunterlegen und aufsaugen muss also auch hier bleiben und man kann die Rückseite eines Blattes nicht benutzen. (Können natürlich schon, ist nur die Frage ob das dann so prickelnd aussieht)
Ergebnis 3. Wie 2 nur ohne Hektik beim schreiben und doppelte Anzahl an Seiten zum beschriften. Verharren drückt durch. Also beim sinieren die Feder heben.

Und wer das nun selber ausprobieren mag ist vielleicht schlauer als ich und teilt das Blatt vorher. Schließlich ist Papier kostbar^^

Re: Lesen und Schreiben

Verfasst: 07 Mär 2012 17:23
von Bub-Hosh
deswegen schreiben wir nur auf leder :)

Re: Lesen und Schreiben

Verfasst: 07 Mär 2012 17:43
von Gnob
Selbsgeschöpftes Papier mit Holzleim bestreichen, den kannst du auch verdünnen...

Re: Lesen und Schreiben

Verfasst: 10 Mär 2012 09:48
von Urathrak
Das Problem ist altbekannt und kommt daher, dass die Blätter nicht verschliffen werden, wie es in anderen Ländern üblich ist. Industrielle Produktion, auch wenn "handgeschöpft" draufsteht.
Es gibt an sich drei Möglichkeiten:
1. Andere Tinte nehmen. Besorg dir eine Ausziehtusche oder etwas anderes Dickflüssiges, verdünnte Acrylfarbe oder Eisengallustinte mit erhöhten Harzanteil.
->Bringt vermutlich nicht viel, schnelle Handschrift nötig!
2. Besorg dir beschichtetes Papier. Das ist nicht teurer, hat aber ganz andere Eigenschaften. Die sind nämlich verschliffen und mit einer Dammarharzschicht versehen.
->Bringt sehr viel! Ich hole mir meine Schreibbögen immer im Fachhandel.
3. Schreib Entwürfe auf ne Wachstafel oder so und übertrage die fertigen Bilder oder Texte erst dann auf die Seiten. Wenn dann ein "schönes" Buch entstehen soll, schreib doch auf Pergament oder wie Bub-Hosh schon sagte, auf Leder. Das würde auch dem Orkstil und dem Umgang mit den teueren Rohstoffen besser entsprechen, denke ich. Und man kann kleine Fehler auf Pergament wieder verschwinden lassen.
->Das ist mMn die Kardinalslösung. So entstehen und entstanden wahre Meisterwerke der Buchkunst ;)

Zu den Büchern: Ich habe da so ziemlich alle bezahlbaren Paperblanks in der MA-Szene schon in der Hand gehabt oder besessen und fast alle haben genau das Problem mit der miesen Papierqualität. Das liegt schlicht daran, dass der kleine Ranshid in Indien ja gar nicht die richtigen Ausgangsstoffe besitzt, um gutes Papier zu machen. Da es aber billig ist, überschwemmt es seit ein paar Jahren den Markt.

Zum Durchscheinen der Tinte noch was: Es gibt einen Löschsand. Neine nicht den zum Feuerlöschen, sondern einen um überflüssige Tinte vom Blatt abzunehmen. Der Sand ist der Vorläufer des Löschpapieres und auch im Fachhandel zu beziehen. Quarzsand mit 30% Vogelsand tuts aber genauso. ;)